Lindy Hop / Blues / Solo Jazz Bigi & Michu

LINDY HOP

Lindy Hop (oder Jitterbug) ist ein Tanzstil aus den USA der 1930er Jahren. Er war die prominenteste Form der Swing-Tänze dieser Zeit und entstand als solches in Harlem, New York, bevor er sich von dort in den ganzen USA verbreitete und bis nach Europa. Er gilt als Vorläufer der Tänze Jive, Boogie-Woogie und des akrobatischen Rock ’n’ Roll.

Die Wurzeln des Lindy Hop liegen im Charleston, Break-Away und Stepptanz, können aber zurück verfolgt werden bis zu traditionellen afrikanischen Tänzen sowie zu Foxtrott, Walzer und Irish Jig. Als Gesellschaftstanz wird er vor allem zu zweit getanzt. Die dynamische Verbindung der Tanzpartner*innen, die Rhythmen im Fusswerk, der Austausch von Bewegungsideen in der Improvisation und die Musikinterpretation stehen im Vordergrund dieses energetischen Paartanzes.

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Der Tanz entstand mitten in den 1930er Jahren in den großen Ballsälen New Yorks zur Musik der Big Bands, welche die Jazzmusik zur orchestralen Swing-Musik weiterentwickelten (angeführt Jimmy Lunceford, Chick Webb, Count Basie und Benny Goodman und Sängerinnen wie u.a. Ella Fitzgerald und Nina Simone). Als früher, wichtigster Lindy Hoper ist “Shorty” George Snowden zu nennen, der fast alle Wettkämpfe für sich entschied. Eine besondere Bedeutung kommt dem damals größten Ballsaal, dem Savoy Ballroom in Harlem, zu. Er war für alle Bevölkerungsschichten und Hautfarben offen, ein Schmelztiegel verschiedenster Tanzkulturen, in dem sich der Lindy Hop zu einer besonderen Attraktion entwickelte. Er zog Prominenz und High Society ins Savoy, was ihm über Harlem hinaus Beachtung verschaffte.

Bekannt wurde der Tanz durch Tanz-Formationen wie die Whitey’s Lindy Hoppers, die den Tanz-Stil in den 1930er- und 1940er-Jahren auf Bühnen und Kino-Leinwände brachten. Frankie Manning war lange Zeit tänzerischer Kopf dieser Truppe. Er entwickelte die ersten „Aerials“ (mit der Musik synchronisierte, nahtlos in den Tanz eingestreute Paar-Akrobatiken und Hebefiguren). Ein Beispiel einer Inszenierung enthält der Film “In der Hölle ist der Teufel los!” (Hellzapoppin’ !) von 1941, in dem die Whitey’s Lindy Hoppers als „Harlem Congeroo Dancers“ in den Credits genannt werden. Ebenfalls in diesem Film ist Dean Collins, der als Schlüsselfigur gilt für den sogenannten LA-Style Lindy Hop (auch smooth style).

Seit Anfang der 1980er Jahre erlebt Lindy Hop auch in Europa seinen Durchbruch. Während dies in Schweden und London seinen Anfang nam, gibt es den Lindy nun in jeder grösseren europäischen Stadt. Die Szene in Bern enstand rund um 1999 und sieht seit damals ein nicht enden wollendes Wachstum. Seit mehr als zehn Jahren organisiert die lokale Swingmachine Bern die meisten Anlässe und Workshops.